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Helga Albert

  • verheiratet

  • Wohnort: Osterburg

  • geboren: 1936 als altmärkischer Widder

  • erlernter Beruf: Kindergärtnerin

  • seit 1992 Rentnerin

  • Hobbys: Pflege der plattdeuschen Sprache, Kurzgeschichten schreiben, Lesen, handarbeiten, chor, Radeln, Romme


 

Herbstblätter im Wind

Hab euch im Frühling knospen sehn,
entfalten nach lauer Regennacht,
Sommerwind kühlte euch rauschend das Haupt,
Herbststurm zerzauste der Äste Pracht.

Raubte von Ahorn, Eichen und Linden,
von Baum und Strauch, was an Blattwerk zu finden.
Verwirbelt in Trance und küselt das Laub,
bedeckt mit buntem Teppich den Staub.

Der Winterwind noch seine Spielchen treibt,
von Schönheit zerbröselter Rest mir nur bleibt.
Doch kleine Augen an Sträuchern und Bäumen
schon vom nächsten Frühling träumen.


 

Trüchwärts kieken

Büst du unnerwegs, irjend wohenn, denn bliwst ok mol stohn und kiekst die üm, nimmst de Biller, de die jefallen, janz in die upp. Janz deep inn' drin schlopen se denn und kommen doch mol enns in diene Erinnerung trüch.Und denn is't so, as ow allens jistern erst west wär.

Du meinst, de Böm ruken grod so as dunnmols, und denn sind do ok de Stimm van de Menschen, de lange Tiet upp'n Lewenswech an diene Siet west sünd. Hork janz deep in die rin und denk dei trüch in de Kinner- und Jugendtiet. Do is völ wo sick lohnen deit, öwer to schnacken und to lachen. Du meinst, keen een will dathören? Hemm de Kinner und Inkel nich öfter frocht: "Oma, wo wär dütt und datt in diene Kinnertiet west?" Odder sünd do nich in ju Nowerschaft Lüd, de janz alleen sünd und mol Jesellschaft bruken künn to'n Schnacken?

Klor, nich an allens mücht'n sick erinnern, denn ok uns Hert hätt Truer kenn lehrt. Und de meisten Wünsche hemm nich in Erfüllung john. Davan kunn sein Lewenlang blots drömen. De Erfahrung hätt uns hulpen upp'n Lewenswech: bescheiden to sind. De gröttste Reiktum is de Erinnerung an jemeinsame Stunn, dat metanner Arbeiten, Schnacken und Singen. Jo, und schnackt wurd jo in miene Kinnertied tomeist noch Plattdütsch. Jedenfalls de Ollen heelten up düsse Sprok. Vör miene Ohren is dat be up'n hütijen Dach we Musik.

Me unner mein ick uns Oma ehr helle Stimm to hören. Stammt doher miene Leew för uns schönet oltmärkisch Platt? Hät se da Kiem doför, de so spät erst wussen is, in mien Hert sett? Ach, hal ick doch dunnmols de Sprok van ehr leert. Und öwerhaupt, wo völ to frogen wüßt ick hüt! Doch doför is et all zich Johr to spät.