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Ulrich Bock

  • Baujahr 1951 (gemeinsam mit vielen anderen Berühmtheiten)Ulrich BockUlrich Bock

  • Typ Waage / Fischkopf

  • aus beruflichen Gründen an Zahlen ausgerichtet

  • aus Liebe geheiratet und 2 Kinder geschenkt bekommen

  • aus Leidenschaft der Musik zugewandt (20 Jahre Tanzmusik)

  • aus Interesse der Philosophie nachgelaufen

  • aus fehlender Zeit am Lesen mit dem Schreiben begonnen (2007)

  • seit Sommer 2009 beim Club Altmärkischer Autoren

  • Veröffentlichungen bisher in Zeitung und im Freundeskreis

  • seit 1996 Wahlaltmärker in Salzwedel

 

 

 


 

K'ung-fu-tze

Die Freundlichkeit
ist ein Stück wahren Lebens.
Sie ist nur Form,
doch ist die Wirkung tief.
Ist kostenlos
und Ausdruck warmen Gebens,
rückt grade,
was im Anseh’n schief.

Aus ihr strahlt Achtung,
die wir selbst begehren.
Ist Dank und Anerkennung
auch zugleich.
Sie kann den Halt
an Mitmenschen vermehren.
Zu teilen sie
macht wirklich reich.

Sie hat in Sorgen
wieder aufgerichtet.
Hat mehr als Reichtum
alle Welt beglückt.
Doch hat sie nur
auf Ehrlichkeit verzichtet,
ist ihr sogleich
das Glück entrückt.

Die Ballade vom falschen Seeräuber

Ich kreuzte einmal an der Elfenbeinküste,
als ob ich nichts von den Seeräubern wüsste.
Ich hatte da eine Idee.
Die Ladung war Gold, eine ganze Kiste
und als ich die Seeräuberflagge hisste,
stachen wir ganz mutig in See.

Die anderen Schiffe nahmen Reißaus,
die Mannschaft gab mir dafür Applaus.
Doch musste ich mich beeilen!
Wir segelten heimlich um manches Riff,
da kam ein andres Seeräuberschiff,
die vermeintliche Beute zu teilen.

Kanonen und Säbel waren nicht an Bord,
drum musst’ ich auf ehrliches Seeräuberwort,
einen Raubanteil versprechen.
Als die Räuberflagge war eingezogen,
führten zum Hafen uns friedliche Wogen,
mein Räuberwort frech zu brechen.

Bei dieser Geschichte ist euch sicher klar,
dass ich niemals wirklich ein Seeräuber war,
drum konnte mein Wort hier nicht gelten.
Dass jemand sehr ehrenvoll etwas verspricht
und nachher dann sagt, dieses war ich nicht,
das ist doch gar nicht so selten!


 

Toleranz

Atze:    Tag Erwin, wir haben uns lange nicht gesehen, wie geht es dir?

Erwin:   Grüß dich Atze, mir geht es gut und dir? Du siehst etwas verstört aus!

Atze:    Nein das täuscht, mir geht es gut. Ich hab mich nur eben wieder etwas ärgern müssen.

Erwin:   Ärgern? Worüber, erzähl doch mal!

Atze:    Wie du vielleicht weist, bin ich ein großer Verfechter der Toleranz. Da regen mich Leute leicht auf, die intolerant sind. Weist Du, warum soll nicht jeder nach seiner Fasson selig werden? Von mir aus darf jeder tun und lassen, was ihm gefällt, solange er damit Spaß hat und keinem einen Schaden zufügt.

Erwin:   Das klingt gut, das gefällt mir. Erzähl mir doch mehr davon.

Atze:    Na mal ein Beispiel: Da ist jemand, der macht sich Senf auf die Marmelade. Soll er doch, das tut keinem einen Schaden. Oder wenn ein Mann zwei Frauen liebt. Kann mir doch egal sein, mich stört das nicht, weil es mir nicht schadet. Verstehst Du?

Erwin:   Ja, ich verstehe. Ich zum Beispiel esse gern mit dem Messer, dann spare ich mir die Gabel im Abwasch, das geht mit dem Messer genauso gut.

Atze:    Na, das kannst Du doch aber nicht machen! Erstens kannst du dich verletzen und zweitens hat es keine Kultur! So was tut man einfach nicht!

Erwin:   Wieso, ich habe mich noch nie dabei verletzt. Außerdem wäschst du dein Auto auf der Straße, und das ist verboten. Mit dem Messer zu essen ist nicht verboten.

Atze:    Das kannst du nicht vergleichen. Ein sauberes Auto hat Kultur, mit dem Messer zu essen eben nicht. Und was kümmern mich Verbote, ich bin eben tolerant. Ich schade niemandem, also ist das Verbot Unsinn.

Erwin:   Aber das schadet der Umwelt, sagt man.

Atze:    Alles Quatsch, wieso soll ein sauberes Auto der Umwelt schaden?

Erwin:   Das weiß ich nicht, doch einen Grund muss es wohl haben. Übrigens schmeißt du deine Schmutzwäsche überall hin, wo du dich gerade ausziehst, und deine Frau muss dir alles nachräumen. Ist das nicht doch ein Schaden?

Atze:    Nun rede doch keinen Müll! Warum soll das meiner Frau schaden? Sie muss die Wäsche doch sowieso zusammensuchen und waschen. Wo liegt da der Schaden und warum soll ich mir mehr Arbeit machen als nötig? Übrigens, woher weißt du eigentlich über mich so gut Bescheid?

Erwin:   Na, von deiner Frau.

Atze:    Woher kennst denn du meine Frau überhaupt?

Erwin:   Vom Lehrgang. Wir waren kürzlich zusammen auf einem Lehrgang für EDV.

Atze:    In Dresden?

Erwin:   Ja, in Dresden.

Atze:    Und da habt ihr in den Pausen so viel Zeit gehabt, euch über unser intimstes Familienleben zu unterhalten?

Erwin:   Nein, nicht in den Pausen. Das Hotel war total überbucht und da haben wir uns entschlossen, zusammen ein Zimmer zu nehmen.

Atze:    Waaaas? Das ist ja unerhört! Da schämst du dich nicht?

Erwin:   Warum? Es hat uns beiden viel Spaß gemacht und es hat auch keinem geschadet. Ich denke du bist tolerant?